Ratgeber

CB-Funk oder PMR – was taugt im Gelände?

26.10.2026

Wer mit mehreren Geländewagen unterwegs ist, kennt das: Das vordere Fahrzeug ist hinter der Kuppe verschwunden, das hintere steckt im Schlamm – und Handyempfang gibt es natürlich keinen. Ohne Funk wird jede Tour im Konvoi schnell zur Geduldsprobe. Doch welcher Funk ist der richtige: CB oder PMR? In diesem Ratgeber erklären wir dir die Unterschiede ganz ohne Fachchinesisch – und warum für uns im Gelände klar CB-Funk die Nase vorn hat.

Warum überhaupt Funk?

Mit Funk sagt der Vordermann sofort „Achtung, tiefe Spurrinne links“ – und alle hören es gleichzeitig. Das macht deine Tour sicherer, entspannter und spart viel Zeit, wenn doch mal geborgen werden muss.

PMR446: das kleine Handfunkgerät

PMR446 kennst du bestimmt: Das sind die handlichen Walkie-Talkies aus dem Elektronikmarkt. Sie funken bei 446 MHz und dürfen ohne Anmeldung und ohne Gebühren genutzt werden.

Die Bundesnetzagentur setzt aber enge Grenzen: höchstens 0,5 Watt Strahlungsleistung, nur die eingebaute Antenne und kein Betrieb als Basisstation oder Verstärker. Eine Außenantenne auf dem Fahrzeugdach ist bei PMR also nicht erlaubt. Für kurze Wege – etwa zum Einweisen an einer Schlüsselstelle – ist PMR praktisch. Für den Funk von Auto zu Auto stößt es schnell an seine Grenzen, denn die Karosserie schirmt das Signal im Innenraum zusätzlich ab.

CB-Funk: der Klassiker fürs Fahrzeug

CB-Funk („Citizens Band“, also „Jedermannfunk“) arbeitet bei rund 27 MHz. Auch hier gilt: Du darfst ihn ohne Anmeldung, ohne Prüfung und ohne Gebühren nutzen. Grundlage ist die Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur für den CB-Funk.

In Deutschland stehen dir 80 Kanäle zur Verfügung. Erlaubt sind 4 Watt bei FM (Kanäle 1–80) und bei AM (Kanäle 1–40), mit SSB 12 Watt PEP auf den Kanälen 1–40. Der entscheidende Unterschied zu PMR: Ein CB-Gerät wird fest im Fahrzeug verbaut und mit einer Außenantenne betrieben.

CB und PMR im direkten Vergleich

PMR446 CB-Funk
Frequenz 446 MHz ca. 27 MHz
Max. Sendeleistung (Deutschland) 0,5 W ERP 4 W (FM/AM), 12 W PEP (SSB)
Antenne nur eingebaute Antenne Außenantenne am Fahrzeug möglich
Einbau im Fahrzeug Handgerät fest verbaut, Strom aus dem Bordnetz
Anmeldung / Gebühren keine keine
Typischer Einsatz kurze Wege, Einweisen zu Fuß Funk von Fahrzeug zu Fahrzeug, Konvoi

Warum CB-Funk auf Geländewagentouren die Nase vorn hat

  • Antenne draußen statt Signal im Blechkäfig: Die Dachantenne sitzt außerhalb der Karosserie. Das bringt im Konvoi deutlich mehr Reichweite und Verständlichkeit als ein Handgerät im Innenraum.
  • Mehr Leistung: bis zu 4 Watt statt 0,5 Watt – ganz legal.
  • Die Wellen kommen besser ums Gelände: Die längeren Wellen bei 27 MHz kommen mit Hügeln, Wald und Kurven besser zurecht als die kurzen PMR-Wellen.
  • Kein Akku-Stress: Das Gerät hängt am Bordnetz. Kein Handfunkgerät, das am zweiten Tag leer ist.
  • Beide Hände am Lenkrad: Das Handmikrofon hängt griffbereit am Armaturenbrett, statt dass ein Walkie-Talkie im Fußraum herumrutscht.
  • Auch im Ausland verbreitet: Die Kanäle 1–40 sind europaweit harmonisiert. Kanal 9 gilt als Notruf- und Informationskanal, auf Kanal 19 sind vielerorts Lkw-Fahrer unterwegs.

Pro-Tipp vom Fittery-Team: Die Kanäle 41–80 sind eine deutsche Besonderheit und dürfen im Ausland nicht genutzt werden. Stell dein Gerät deshalb vor der Grenze auf die passende Ländernorm um.

Reichweite: Worauf es bei CB-Funk wirklich ankommt

Die Antenne ist das Wichtigste am Funkgerät. Ein CB-Gerät mit schwacher Antenne kommt nicht weit – egal wie gut das Gerät selbst ist. Im normalen Betrieb reicht CB-Funk je nach Gelände, Antenne und Standort typischerweise etwa 5 bis 30 km.

Das bestimmt die Reichweite:

  1. Die Antenne und ihre Länge: CB-Funk arbeitet mit einer Wellenlänge von rund 11 Metern. Eine optimale Antenne müsste deshalb mindestens ein Viertel davon lang sein, also etwa 2,75 m. Das ist am Auto unpraktisch. Gute Mobilantennen werden deshalb mit einer Wendel elektrisch verlängert und bleiben trotzdem handlich.
  2. Der Montageort: so hoch und frei wie möglich, am besten mittig auf dem Dach. Die Antenne braucht eine gute Verbindung zur Karosserie – das Blech wirkt als Gegengewicht und gehört zum „Antennensystem“ dazu.
  3. Die Abstimmung (SWR): Die Antenne muss auf dein Fahrzeug abgestimmt sein. Das prüfst du mit einem SWR-Messgerät. Eine schlecht abgestimmte Antenne verschenkt Leistung.
  4. Das Gelände: Berge, tiefe Täler und dichter Wald schlucken das Signal. Ein erhöhter Standort bringt dagegen deutlich mehr Reichweite.

Und CB-Handfunkgeräte? Sie sind praktisch, haben aber nur eine sehr begrenzte Reichweite. Der Grund ist die kurze Gummiantenne direkt am Gerät. Sie ist viel kürzer als eine abgestimmte Fahrzeugantenne und eignet sich nur für kurze Entfernungen. Für den Konvoi gehört deshalb ein fest eingebautes Gerät mit einer guten Dachantenne wie der Albrecht Gamma 2 F ins Fahrzeug.

Unsere Empfehlung: das Midland M88

Auf unseren Touren haben wir mit dem Midland M88 sehr gute Erfahrungen gemacht. Das hat uns überzeugt:

Midland M88 CB-Funkgerät fest eingebaut in der Mittelkonsole eines Geländewagens, mit Handmikrofon

  • Gut ablesbar: großes TFT-Farbdisplay mit klaren Anzeigen
  • AM und FM, alle europäischen Ländernormen einstellbar: ideal für Touren über die Grenze
  • 12 V und 24 V: passt in Geländewagen genauso wie in Lkw-basierte Reisemobile
  • Klarer Ton: digitale automatische Rauschsperre in mehreren Stufen, Noise Blanker und HIC-Filter gegen Störgeräusche
  • Konvoi-tauglich: Dual Watch überwacht zwei Kanäle gleichzeitig, Notruffunktion mit den Kanälen 9 und 19
  • Bedienung am Mikrofon: Kanalwahl mit Up/Down- und Prioritätstaste, 4 Speicherplätze
  • Flexibel einzubauen: Aluminiumgehäuse, 188 × 77 × 57 mm, 677 g; mit Halterung, DIN-Schachthalterung und Saugfuß

Damit das Signal auch wirklich aus dem Fahrzeug kommt, empfehlen wir dir dazu die Albrecht Gamma 2 F fürs Dach: eine 95 cm lange λ/4-Mobilantenne mit DV-Fuß, SWR ≤ 1,2 und 4 m RG58-Kabel mit DV- und PL-Stecker im Lieferumfang. Zum Feinabgleich sitzt eine Einstellschraube unter der Gummikappe an der Spitze.

Wichtiger rechtlicher Hinweis zur Sendeleistung

Das M88 lässt sich per Software – ohne das Gerät zu öffnen – auf bis zu 15 Watt Sendeleistung einstellen. Wir weisen darauf hin, dass der Betrieb mit dieser Leistung in Deutschland nicht erlaubt ist. Hier gelten laut Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur höchstens 4 Watt bei FM und AM sowie 12 Watt PEP bei SSB.

Dieselben Grenzen sieht auch die europäische CB-Regelung ECC/DEC/(11)03 vor, die viele Nachbarländer umsetzen. Wer das Gerät mit höherer Leistung betreibt, tut das in eigener Verantwortung.

Fazit: Im Konvoi führt kein Weg an CB vorbei

PMR ist gut für kurze Wege zu Fuß. Für Geländewagentouren und Overlanding im Konvoi ist CB-Funk klar im Vorteil: mehr erlaubte Leistung, Außenantenne, Strom aus dem Bordnetz und europaweit verbreitete Kanäle. Mit dem Midland M88 und einer guten Dachantenne bist du für die nächste Tour bestens ausgerüstet.

👉 Hol dir das Midland M88 jetzt bei Offroad-Fittery!

Noch Fragen?

Du bist unsicher, welches Funkgerät und welche Antenne zu deinem Fahrzeug passen? Unser Team berät dich gern persönlich.